Mittwoch, 9. Juni 2021

 #013 Spanking mobil – oder: Do not disturb!

Spankos und Spankees aller Geschlechter – man bemerke meine Gender-Korrektheit! – leiden oft unter dem Königskinder-Syndrom. Nur ist es hier nicht ein tiefer See, der verhindert, dass die Spankingwilligen zusammenfinden, sondern die schiere Entfernung, die ein Tête-à-tête der englischen Art verhindert. Bevor die Kontaktversuche aber so tragisch enden wie in der Volksballade – bekanntlich ertrinken hier die beiden Kontaktsuchenden bei dem Versuch, den See zu durchqueren -, bieten sich pragmatischere Lösungen an, so beispielsweise die, sich „in der Mitte“ zu treffen. In den seltensten Fällen dürfte sich die nämlich in der Mitte eines Gewässers befinden.

Aber selbst wenn man festen Boden unter den Füßen hat, ist es oft nicht so einfach, einen geeigneten Ort für das zu finden, was gern „Session“ genannt wird. Im Sommer mag man outdoor ein entsprechendes Plätzchen finden, aber in der kalten Jahreszeit bleibt dann oft nur, in einem Hotel Zuflucht zu suchen. Aber ganz so ideal sind diese Orte für das, was man dort zu tun gedenkt, nicht. Das fällt einem oft schon dann auf, wenn man mitbekommt, welche Fernsehsendung sich der Zimmernachbar (es darf auch eine Nachbarin sein) gerade zu Gemüte führt. Auch Spanking ist keine lautlose Verrichtung, zumal dann nicht, wenn der Spankee seinen Part sehr „ausdrucksvoll“ gestaltet. Was also tun?

Natürlich kann man sich mit den in jedem Hotelzimmer vorfindbaren Türanhängern mit der Aufschirft „Bitte nicht stören! – Do not disturb!“ behelfen. Ob das jemanden beruhigt, der da Ohrenzeuge eines Geschehens wird, das sehr zweideutig interpretierbar ist, ist die Frage.

Wer meint, mit diesem Türanhänger etwas zur Aufklärung des Geschehens beizutragen,

 dürfte sich allerdings ziemlich auf dem Holzweg befinden, denn dass dem Hinweis, ein „Mädchen ist in Schande“ – so die wörtliche Übersetzung – etwas Beruhigendes anmutet, kann man wohl nicht behaupten, mal abgesehen davon, dass „Schande“ die Situation, in der sich das „Mädchen“ befindet, nun überhaupt nicht adäquat beschreibt. Selbst wenn man „disgrace“ frei mit „Schwierigkeiten“ übersetzen würde, hätte das mit hoher Wahrscheinlichkeit lediglich zur Folge, dass einem ein SEK zeitnah einen Besuch abstattet.

Schon eher in die richtige Richtung weist dieser Türanhänger:

Ob sich aber ein um das Wohl der Frauen besorgter Zeitgenosse oder eine „Emma“-Leserin durch den Hinweis, dass da hinter der Tür „Spanking im Gange“ ist, beruhigen lässt, darf bezweifelt werden. Einer leicht modifizierten Variante dieses Anhängers könnte man mit etwas gutem Willen entnehmen, dass sich das, was sich da hinter der Tür abspielt, etwas mit Einvernehmlichkeit – immerhin ist darauf von „wir“ die Rede - zu tun hat,

aber auf den guten Willen einer Feministin oder eines Feministen würde ich mich nicht verlassen. Auf diesen guten Willen müsste man auch bei diesem Türanhänger bauen,

 

denn er bestätigt ja nur die Bedenken eines Uneingeweihten.

Gut gemeint, wenn auch nicht unbedingt zielführend ist dieser Türanhänger:

 

Dass das Mädchen, dass da gerade gespankt wird, Schokolade verdient hat, steht ja außer Frage. Aber was macht man, wenn das Personal die Aufforderung wörtlich nimmt und tatsächlich Schokolade reicht? Das wäre zwar um Welten besser, als ein SEK im Zimmer zu haben, aber bei dem, was man da gerade zelebriert, sind auch dienstbare Geister mit guten Absichten störend.

bleiben eigentlich nur diese beiden Vorschläge, die für die nötige Klarheit sorgen, auch

 

wenn beide nicht optimal sind. Warum man Vorsicht walten lassen soll, wenn Erwachsene spielen, erschließt sich mir nicht so recht. Und der zweite Anhänger ist mir mit seiner Bitte, nicht die Polizei zu rufen, etwas zu „devot“. Aber immerhin stellt er klar, dass das, was man da hört, Begleitgeräusche eines einvernehmlichen Geschehens sind.

Hätte mich jemand gefragt – aber das macht ja keiner -, hätte ich vielleicht folgenden Vorschlag gemacht.

„Was Sie da hören, mag Sie befremden, aber es geschieht einvernehmlich, und wir genießen es! Beide! Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen."

 

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